Sonnabend, 26. Januar 2019, 17 Uhr in Lehrte

LUDWIGS ABSPRUNG

Dokumentarfilm von Karla Sonntag

Im Anschluss: Filmgespräch mit der Filmemacherin Karla Sonntag
(Moderation: Elvin Hülser, Antikriegshaus Sievershausen)

Der Film geht der auch heute aktuellen Frage nach: Was bringt einen jungen Menschen dazu, alles hinter sich zu lassen, aus seinem Heimatland ins Ungewisse zu flüchten.
Wir begleiten Ludwig Sasse rückblickend auf dem entscheidenden Teil seines Lebensweges. Als 17-Jähriger flüchtete Ludwig Sasse im Jahr 1956 von der DDR in die Bundesrepublik. Er fühlte sich als gläubiger Christ, der sich weigerte der FDJ beizutreten und der die Wehrpflicht ablehnte, drangsaliert. Über das Auffanglager Berlin-Marienfelde und vier weitere Lager vollzieht der Film die Stationen dieses schwierigen Weges nach. Der Zuschauer erlebt durch die Fragen der Enkeltochter Mali (21 J., Musikstudentin in Leipzig) intensiv, wie sich Ludwig in Sandbostel, dem Auffanglager für jugendliche unbegleitete Flüchtlinge aus der DDR, gefühlt hat, erhält Einblick in den Tagesablauf und die Funktion der Laufzettel. Wie politisch verhält sich ein junger Mensch damals und heute; die Wertevorstellungen als gläubiger Christ und was daraus wurde; die Liebe zu seiner späteren Frau Elke, welche vorerst in der DDR verblieb; die Gruppendynamik und die Rolle des Elternhauses - all dies und mehr wird zwischen dem inzwischen 77-jährigem Opa und seiner Enkelin spannend erzählt, hinterfragt, bebildert und in Szene gesetzt. Die Dokumentation beleuchtet neben dem Einzelnen auch die angespannte politische Lage im geteilten Deutschland bis 1967. Durch Integration von Foto- und Filmmaterial aus den Gedenkstätten Marienfelde und Sandbostel, sowie dem Museum in der „Runden Ecke“ in Leipzig (ehemaliger Sitz der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit) erhält der Film ein historisches Fundament, was durch Familienfotos der Familie Sasse ergänzt wird.

Bericht von Susanne Hanke im Lehrter Anzeiger zur Verleihung der Sievershäuser Ermutigung

Die Culture Counts Foundation hat den diesjährigen Friedenspreis Sievershäuser Ermutigung für ihre überzeugende journalistische Arbeit auf dem Feld der Berichterstattung über Konflikte, praktische Konfliktbearbeitung und Friedensprozesse erhalten. Die von den Journalisten Michael Gleich und Tilman Wörtz ins Leben gerufene gemeinnützige Culture Counts Foundation hat sich der Förderung des konstruktiven Journalismus verpflichtet. 

Es braucht Mut, gegen den Strom zu schwimmen .....    Artikel lesen

EP- Parlamentsmehrheit setzt auf Rüstungsinvestitionen statt auf Stärkung ziviler Konfliktbearbeitung

Pressemitteilung von Church and Peace zur heutigen Abstimmung

Das Europarlament hat heute das Verhandlungsmandat für den Europäischen Verteidigungsfonds beschlossen. Church and Peace hält diesen Beschluss für falsch, da er weiter auf Stärkung der militärischen Kapazitäten setzt, während Ressourcen für zivile Konfliktbearbeitung in unverantwortlicher Weise vernachlässigt werden.    Pressemitteilung lesen

Sievershäuser Ermutigung 2018 an Culture Counts Foundation

Sonntag, 9. Dezember, 16 Uhr

Die Culture Counts Foundation erhält den diesjährigen Friedenspreis Sievershäuser Ermutigung für ihre überzeugende journalistische Arbeit auf dem Feld der Berichterstattung über Konflikte, praktische Konfliktbearbeitung und Friedensprozesse. Die von den Journalisten Michael Gleich und Tilman Wörtz ins Leben gerufene gemeinnützige Culture Counts Foundation hat sich der Förderung des konstruktiven Journalismus verpflichtet und betreibt u.a. das Projekt Peace Counts, in dessen Rahmen Reportagen für große Printmedien, Radio- und Fernsehdokumentationen sowie „MUT – das magazin für lösungen“ produziert werden. Ein Netzwerk von Reportern, Fotografen, Friedenspädagogen und -forscherinnen hat sich der Friedensberichterstattung verschrieben, die dokumentiert, wie Menschen und Organisationen wirksam und konstruktiv an Friedensprozessen arbeiten. Die Festrede wird der bekannte Journalist Andreas Zumach halten.

Weiterlesen: Ermutigung 2018

Zur Eröffnung der Friedensdekade am Sonntag, 11.11.: Gottesdienst um 14.30 Uhr und Theateraufführung um 16 Uhr

„Das Boot ist voll“
Theatermonolog von Antonio Umberto Riccò 
über Soziale Verantwortung, Werte und Widersprüche

Im Rahmen der diesjährigen Ökumenischen Friedensdekade zeigt das Antikriegshaus Sievershausen am Sonntag, 11. November um 16 Uhr das Stück „Das Boot ist voll“ in einem Gastspiel des Theaters in der List aus Hannover.

Vor der italienischen Insel Lampedusa versinkt am 3. Oktober 2013 ein mit 545 Flüchtlingen völlig überladener Kutter. 366 von ihnen ertrinken: Menschen, die vor Krieg und Armut flohen, voller Hoffnung auf ein besseres Leben in Europa. Ganz normale Menschen werden plötzlich mit der Rettung (und dem Tod!) von Flüchtlingen konfrontiert. Diese unfreiwillig übernommene Rolle verändert ihr Leben und, zumindest teilweise, ihre Ansichten. Nichts wird mehr so sein, wie es vorher war.

Am Beispiel von Vito, der eine kleine Eisdiele auf Lampedusa betreibt, erlebt das Publikum die Auseinandersetzung mit der Katastrophe und ihre noch nach Jahren spürbaren Folgen. Mitleid und Empathie, Zorn und Ohnmacht, aber auch Hoffnung und Menschlichkeit prägen das Stück. Es ist die Geschichte einer Auseinandersetzung mit unserer sozialen Verantwortung, unseren Werten und Widersprüchen und damit Teil einer hochaktuellen Debatte. Nur der Zufall hat Vito und seine Freunde vor diese Aufgabe gestellt. Sie waren einfach da, wo auch wir hätten sein können. Sie haben nur das getan, was man tun musste - und wahrscheinlich die meisten Menschen auch tun würden. Das Stück lehnt sich thematisch und inhaltlich an die erfolgreiche szenische Lesung „Ein Morgen vor Lampedusa“ an, die der Autor mit einer ehrenamtlichen Arbeitsgruppe aus Hannover seit 2014 bundesweit präsentiert hat, geht jedoch über die Grenzen einer eher dokumentarischen Beschreibung hinaus und ermöglicht einen neuen Blick auf die gesellschaftlichen Folgen der Flüchtlingsbewegung.

Der Eintritt zu der Theateraufführung ist frei.

Eröffnet wird die Friedensdekade in Sievershausen traditionell vor der Veranstaltung um 14.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der St. Martinskirche, der wieder vom Team des Nagelkreuzzentrums unter der Leitung von Gisela Fähndrich, Präsidentin des Antikriegshauses gestaltet wird. Das Motto der diesjährigen Dekade lautet „Krieg 3.0“

Zwischen Gottesdienst und Beginn der Theaterveranstaltung besteht im Antikriegshaus Gelegenheit zu einer Tasse Kaffee und Kuchen.

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