Sonnabend, 9. Dezember, 16 Uhr
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Zum Tag der Menschenrechte: Presse unter Druck - Über die Arbeit von |
In vielen Ländern ist Presse- und Medienfreiheit keine Selbstverständlichkeit. Journalist*innen werden Opfer von Drohungen und Gewalt, viele müssen ihr Land verlassen und im Exil arbeiten. Bei ihrer Arbeit sind sie jedoch auch dort häufig gefährdet und stoßen auf viele Hürden. Für Samstag, 9. Dezember, 16-17:30 Uhr, planen die Amnesty International Gruppe für Presse- und Medienfreiheit Hannover und das Antikriegshaus Sievershausen einen öffentlichen Nachmittagskaffee zur Arbeit von Exiljournalist*innen im Antikriegshaus Sievershausen. Zwei Exiljournalist*innen werden berichten über den Status Quo der Medien- und Pressefreiheit in ihrem Heimatland und die Arbeit als Journalist*in im Exil: Wie geht man damit um, die Arbeit nicht vor Ort ausführen zu können? Auf welche Probleme stößt man dabei, welche Lösungsansätze gibt es? Und wie erreicht man die Zielgruppe im Heimatland? Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei. Unsere Gäste: Der aus Vietnam stammende Journalist Trung Khoa Lê lebt in Berlin und ist Chefredakteur der Nachrichten-Website thoibao.de. In Vietnam ist die Webseite blockiert, für seine Berichterstattung ist Khoa Lê Trung Morddrohungen ausgesetzt - zudem gab es einen Versuch, ihn mit Spionagesoftware anzugreifen. Die afghanische Schriftstellerin und Journalistin Mahsa Taee war nach dem Sturz des Taliban-Regimes 2001 maßgeblich am Wiederaufbau Afghanistans als Abgeordnete der verfassungsgebenden Versammlung und als politische Redakteurin für verschiedene Zeitungen aktiv, u.a. als Chefredakteurin der größten afghanischen Tageszeitung Payman Daily. Für diese verfasste sie täglich den politischen Kommentar, in dem sie Korruption und Machtmissbrauch der afghanischen Eliten anprangerte. Die Zeitung wurde schließlich vom damaligen Präsidenten Karzai verboten, woraufhin Mahsa Taee 2009 gezwungen war, mit ihrer Familie ins Exil nach Deutschland zu gehen. Seitdem kämpft sie von hier aus für ein freies und demokratisches Afghanistan.
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Jetzt online: Der Newsletter für den November 2023
Die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) hat angesichts der jüngsten Zuspitzung des Nahost-Konflikts Deutschland und alle Staaten aufgerufen, sich unter Einbezug der Vereinten Nationen für eine Deeskalation der bewaffneten Auseinandersetzungen, für politische Verständigung und für eine nachhaltige Lösung des Konfliktes einzusetzen, damit ein selbstbestimmter Frieden möglich wird.
AGDF: „Wir verurteilen den Hass und stehen an der Seite Israels“
Friedens- und Nagelkreuzzentrum Sievershausen
Erklärung der Mitgliederversammlung der Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland e.V
Würzburg, 14. Oktober 2023
⇒ Erklärung zum aktuellen Israel-Palästina-Konflikt
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Geschenk von Sally Perel anlässlich seines Besuches im Antikriegshaus 1982 |
Besuch des Friedensortes Sievershausen durch Delegierte des Lutherischen Weltbundes
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Bericht von Michael Schütz im Anzeiger für Lehrte und Sehnde Afrikanische Bischöfe zu Besuch im Antikriegshaus |
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Vor dem Deserteurdenkmal(v.l.): Elvin Hülser, Geschäftsführer und Referent für Friedensfragen des Antikriegshauses, Theodor Jäckel, Bischof aus Südafrika, Dr. Paul Mvumbwe, Bischof aus Malawi, Sabine Preuschoff, Superintendentin des Kirchenkreises Burgdorf und Hannelore Köhler, Vorsitzende des Antikriegshauses Foto: Stefan Heinze |
Jetzt online:
Der Newsletter für den September
Protest gegen die geplanten Kürzungen in den Jugendfreiwilligendiensten
Pressemitteilung der Evangelischen Friedensarbeit im Raum der EKD
Am Rande der ersten Lesung des Haushaltsentwurfs der Bundesregierung für 2024 haben Freiwillige und Träger vor dem Deutschen Bundestag gegen die geplanten Kürzungen beim Etat des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend protestiert. Laut Entwurf müssen die Jugendfreiwilligendienste 2024 Kürzungen von 25 Millionen Euro und 2025 von nochmals 15 Millionen Euro hinnehmen. Für FSJ, FÖJ und die Internationalen Jugendfreiwilligendienste (IJFD) stünden dann statt 120 Millionen Euro nur noch 95 Millionen 2024 beziehungsweise 80 Millionen Euro im Jahr 2025 zur Verfügung.
An der Protestaktion der Kampagne #meinFIJerhalten forderten ungefähr 40 aktuelle und ehemalige Freiwillige sowie Trägervertreterinnen und -vertreter den Stopp der Kürzungspläne.
„Kürzungen bei den Freiwilligendiensten bedeuten, dass viele junge Menschen auf erste Erfahrungen im Arbeitsleben, ein Sich-Ausprobieren, eine Sensibilisierung für den sozialen Bereich und auf Begegnungen im internationalen Kontext verzichten müssten. Das ist auf lokaler und globaler Ebene ein herber Verlust.“, gibt Mirka Schulz von VIA e.V. zu bedenken. „Gerade in Zeiten, in denen die Welt vor großen Herausforderungen steht, braucht es junge Menschen, die das Zwischenmenschliche und Transkulturelle positiv erfahren haben, die den Gedanken weitertragen und auf diese Weise als Multiplikator*innen fungieren können.“
Stephan Langenberg von ICJA Freiwilligenaustausch weltweit e.V. zu den geplanten Kürzungen: „Weltweit, selbst in Deutschland, geraten demokratische Werte und Zivilgesellschaften immer mehr unter Druck und werden infrage gestellt. Wenn wir nicht in ihren Erhalt investieren, zum Beispiel durch die Förderung von internationalen Jugendfreiwilligendiensten, dann dürfen wir uns über das Erstarken autoritärer Systeme nicht wundern. Durch das Militär sollen dann die Konsequenzen eingegrenzt werden. Ein kurzsichtiger und sehr kostspieliger Ansatz.“
„Die Mittelkürzungen bedrohen die Freiwilligendienste in ihrem Kern. Ein Drittel der Einsatzstellen für Freiwillige würde dadurch wegfallen. Damit riskiert die Bundesregierung ein erfolgreiches und seit Jahrzehnten bewährtes Format für Orientierung, Bildung, gesellschaftliches Engagement und Demokratiebildung junger Menschen kaputtzusparen!“, so Johannes Zerger von den Internationalen Jugendfreiwilligendienste (ijgd). „Wir appellieren eindringlich an die Mitglieder des Bundestags, im parlamentarischen Verfahren die Förderung der Freiwilligendienste mindestens im bisherigen Umfang zu beschließen.“
Fünf Bundestagsabgeordnete aus Regierung und Opposition bekräftigten vor Ort ihre Unterstützung der Forderungen der Kampagne #meinFIJerhalten. Sie wollen sich in ihren Fraktionen dafür einsetzen, dass das Parlament zusätzliche Mittel für Jugendfreiwilligendienste beschließt. Alle unterstrichen die hohe Bedeutung von Freiwilligendiensten für unsere Gesellschaft.
Michelle Wrecz von der Kampagne #meinFIJerhalten: „Wir begrüßen diese Unterstützung durch Bundestagsabgeordnete ausdrücklich. Die Verhandlungen im Bundestag werden in den nächsten Wochen von weiteren Protesten gegen die geplanten Kürzungen begleitet werden, bei denen wir die Perspektive der internationalen Freiwilligendienste einbringen wollen. Gemeinsam werden wir dafür kämpfen, dass die Bedeutung der Freiwilligendienste anerkannt wird und die geplanten Kürzungen zurückgenommen werden.“
Soweit
Am 9. Juli 1978, vor 45 Jahren, fand die Gedenkfeier zum 425. Jahrestag der Schlacht von Sievershausen statt. Die während dieser Feierlichkeiten geäußerte Behauptung eines Würdenträgers, dass Frieden immer erst auf dem Friedhof einkehre und die Welt ansonsten nun mal kriegerisch sei, gab den entscheidenden Impuls zur Errichtung des Antikriegshauses. Der damalige Pastor Klaus Rauterberg und sein Kirchenvorstand der St. Martinskirchengemeinde beschlossen, am Rand des Schlachtfeldes ein Haus als Zeichen gegen den Krieg zu bauen. Das geschah durchaus nicht immer im Konsens mit der verfassten Kirche. Es war ein weiter Weg mit sehr viel Einsatz von vielen Menschen bis zum Friedensort der hannoverschen Landeskirche, der jetzt noch einmal erfreulich deutlicher sichtbar geworden ist.
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Hilmar Gottwald
22. Oktober 1948 – 10. Juni 2023
Der Verein Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit Sievershausen trauert um einen besonderen Menschen, der seit Anbeginn die Friedensarbeit in Sievershausen mitgestaltet hat. Hilmar Gottwald kam mit Klaus Rauterberg aus dessen vormaliger Wirkungsstätte Watenstedt nahe des ‚Eisernen Vorhangs‘ nach Sievershausen und half, die Antikriegswerkstatt aufzubauen. Die Regionalgruppe Niedersachsen des Christlichen Friedensdienstes hatte damit ihre Arbeit aufgenommen, lange, bevor es das Antikriegshaus gab. Hilmar gehörte zu denen, die 1978 das Friedensprojekt Antikriegshaus aus der Taufe hoben und 1979 den Trägerverein gründeten. Seitdem war er hier in der Leitung und setzte die Vorstandsarbeit auch nach dem Tod von Klaus Rauterberg, nun als Delegierter von YAP-cfd, später „ICJA-Jugendaustausch weltweit“, mit großem Engagement fort. Seine vielfältigen Talente reichten von der Programmgestaltung bis zur Bauaufsicht. Die Stiftung Frieden ist ein Menschenrecht, Herzensangelegenheit von Klaus Rauterberg und dessen Nachfolgerin in der Präsidentschaft Gisela Fähndrich, brachte Hilmar mit auf den Weg. Bis zu seiner schweren Erkrankung hat Hilmar im Stiftungsrat für das Gelingen der Stiftung gearbeitet.
Für sein Wirken geht von Verein und Stiftung ein großer Dank an Hilmar. Unsere Gedanken sind bei seiner Frau Renate und seinen Angehörigen.
Die Trauerfeier mit anschließender Beerdigung: findet am 23. Juni, 13.00 Uhr auf dem Zentralfriedhof Braunschweig (Helmstedter Str. 38) statt.
Sievershausen im Juni 2023
Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit Sievershausen e.V.
Stiftung Frieden ist ein Menschenrecht
Kein Nachruf: Erinnernder Zuruf an Hilmar Gottwald von Jürgen Kumlehn, lebenslanger friedensbewegter Weggefährte von Hilmar aus Jugendtagen,
Resolution des Evangelischen Kirchentages zu Freiwilligendiensten
In einer Resolution hat der 38. Deutsche Evangelische Kirchentag in Nürnberg Bundesregierung und den Deutschen Bundestag zu einer Anerkennung und Wertschätzung internationaler Freiwilligendienste als wichtigen Baustein der persönlichen Entwicklung in Zeiten multipler Krisen sowie ihres Mehrwerts für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Demokratieförderung aufgefordert. Den Antrag dazu hatte die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) auf dem Kirchentag eingebracht. Zum Beitrag Resolutionsantrag der AGDF zu Freiwilligendiensten
Türkei: Neuer Bericht zur Situation der Kriegsdienstverweigerer
"Ich weiß nicht, wie viele Vorladungen gegen mich ausgestellt wurden"
Pressemitteilung der Kampagne #meinFIJerhalten
Junge Menschen machen sich für internationale Freiwilligendienste stark
Steht die Möglichkeit junger Menschen, sich ein Jahr gemeinnützig im Ausland zu engagieren und dabei wertvolle Erfahrungen zu sammeln, auf dem Spiel? Dies ist jedenfalls die Einschätzung ehemaliger Freiwilliger, die sich zusammen mit Trägerorganisationen für das Freiwillige Internationale Jahr (FIJ) stark machen. Seit März 2023 koordiniert und führt ein Kampagnenteam in Berlin, bestehend aus ehemaligen Freiwilligen und Unterstützer:innen, Gespräche mit Abgeordneten des Deutschen Bundestages, begleitet und bewirbt die Kampagne auf Instagram und auf Events und betreut die breite Ehemaligenschaft bei den vielfältigen Beteiligungsmöglichkeiten im Rahmen der Kampagne. |
Fast 50.000 Unterschriften zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung in Berlin übergeben
Kriegsdienstverweigerung ist Menschenrecht
Dazu gehört das Recht auf Asyl!
Schutz und Asyl für Kriegsdienstverweigerer aus Russland, Belarus und der Ukraine
(15.05.2023) Am diesjährigen Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung haben 30 Organisationen aus Europa zum Schutz für all diejenigen aufgerufen, die in Russland, Belarus und der Ukraine den Kriegsdienst verweigern. Während einer feierlichen Aktion wurden fast 50.000 Unterschriften der #ObjectWarCampaign an die Europäische Kommission in Berlin übergeben. Begleitet wurde die Übergabe der Petition von Redebeiträgen nationaler und internationaler Gäste aus Russland, Belarus und der Ukraine, weiteren Aktionen und Musik.
Dienstag, 9. Mai 2023, 19.00 Uhr, Celler Synagoge
Anna Goslar – die erste Ärztin aus Celle
Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit lädt zu einem Vortrag mit Prof. Dr. Thomas Hauf am 9. Mai 2023, um 19.00 Uhr in die Celler Synagoge ein
Netzwerk Friedenskoooperative: Rückblick auf die Ostermärsche 2023
Proteste für einen friedenspolitischen Wandel sind in Zeiten eines Krieges in Europa besonders notwendig und wichtig. Insgesamt zeigen wir uns als Netzwerk Friedenskooperative zufrieden mit der Beteiligung und der Anzahl der Aktionen bei den diesjährigen Ostermärschen. Zentrale Forderungen bei den Ostermärschen waren ein Waffenstillstand und Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine und eine deutliche Ablehnung gegenüber den Aufrüstungsplänen der Bundesregierung. Wir als Netzwerk Friedenskooperative finden, dass es der Friedensbewegung gut zu Gesicht stehen würde, Russland immer klar als Aggressor zu benennen und den Rückzug der russischen Truppen aus der Ukraine zu fordern. Wir meinen: Als Friedensbewegung sollten wir hier genau so klar sein, wie z. B. damals, als wir gegen den Irak- oder Afghanistan-Krieg protestiert haben.
Die zahlreichen Pressemeldungen zeigen das Interesse und unterschiedliche Perspektiven auf die Ostermärsche: Siehe „Pressesplitter“ auf der Seite des Netzwerks Friedenskooperative.
Abschied von Sally Perel
Am 2. Februar ist Sally Perel im Alter von 97 Jahren gestorben. Für unsere Region war der als "Hitlerjunge Salomon" bekannt gewordene gebürtige Peiner der wichtigste Zeitzeuge der Shoa. Über einen Zeitraum von mehr als drei Jahrzehnten ist er immer wieder nach Deutschland gekommen und hat, vor allem an Schulen, über die NS-Zeit und die Folgen des Demokratieverlustes aufgeklärt.
Bei einem Besuch in seiner Heimatstadt am 10. November 1981 anlässlich einer Gedächtnisfeier für den in der Pogromnacht 1938 ermordeten Hans Marburger lernte Sally Perel Klaus Rauterberg kennen und folgte noch am selben Tag dessen Einladung in das gerade eröffnete Antikriegshaus nach Sievershausen. Er wurde damit zum ersten Besucher aus Israel an diesem Friedensort. "Hier entstand die Idee, seine ganze Lebensgeschichte aufzuzeichnen", heißt es in dem 1988 hier veröffentlichten Heft 'Schicksale Peiner Juden während der Nazidiktatur'. An dieser Stelle erschien auch eine erste, noch recht kurze, Veröffentlichung der geradezu abenteuerlichen Geschichte vom 'Hitlerjungen Salomon'.
Bei einem späteren Besuch in Peine schenkte Sally Perel dem Antikriegshaus eine selbst getöpferte Tonscheibe.
Im Wortlaut: "Frieden nur gemeinsam"
Ansprache Elvin Hülser zum Antikriegstag Lehrte 2022