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Zum neuen Internetauftritt des Nagelkreuzzentrums Sievershausen ⇒


Mit der Übergabe des Nagelkreuzes an die St.-Martinskirchengemeinde und das Antikriegshaus Sievershausen in der tausendjährigen Sievershäuser Kirche wurde am Sonntag, 21. September das neue Nagelkreuzzentrum Sievershausen in die internationale Gemeinschaft des Coventry Cross of Nails  aufgenommen. Im Rahmen eines bewegenden Gottesdienstes in der gut besuchten Kirche überbrachte Dean John Witcombe, der Leiter der Kathedralgemeinde von Coventry, das am Vorsonntag dort gesegnete Nagelkreuz, das von nun an als Mahnung zur Versöhnung auf dem Altar der Martinskirche stehen wird. Prominentester Mitwirkender des Gottesdienstes war der Landesbischof der ev.-luth. Landeskirche Hannovers Ralf Meister, der in seiner Antwort auf die Predigt des  Dean seine Freude ausdrückte, dass nun auch in 'seiner' Landeskirche ein Nagelkreuzzenttrum existiert, nachdem nahezu alle seiner bisherigen Wirkungsstätten im Zeichen dieses Versöhnungssymbols gestanden hatten.

Beim anschließenden Empfang im Antikriegshaus wurde u.a. durch die Bundestagsabgeordnete und Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth, den Superintendenten des Kirchenkreises Burgdorf Dr. Ralf Charbonnier, Christoph Lokotsch vom Rat der Stadt Lehrte, den Friedensbeauftragten der Landeskirche Lutz Krügener sowie Armin Hapke als  stellvertretendem Ortsbürgermeister von Sievershausen der Stellenwert der Sievershäuser Friedensarbeit für Kirche und Region betont. Mit Hartwig Hohnsbein und Hans Dunkhase, ehedem Pastoren in Lehrte und Sievershausen, überbrachten auch zwei Mitstreiter von Klaus Rauterberg, dem 2006 verstorbenen Begründer der Friedensarbeit im Ort, ihre Grüße und würdigten das Lebenswerk des streitbaren Theologen.

Die Geschichte des Nagelkreuzgedankens begann mit dem schweren deutschen Luftangriff auf Coventry vom 14. November 1940, bei dem 550 Menschen starben und bei auch die St. Michael’s Cathedral zerstört wurden. Dompropst Richard Howard ließ bei den Aufräumarbeiten drei große Zimmermannsnägel aus dem Dachstuhl der zerstörten Kathedrale, die aus den Trümmern geborgen wurden, zu einem Kreuz zusammensetzen außerdem die Worte „FATHER FORGIVE“ (Vater vergib) in die Chorwand der Ruine meißeln. Das originale Nagelkreuz steht heute auf dem Altar der benachbarten, 1962 geweihten neuen Kathedrale und gilt als Zeichen der Versöhnung und des Friedens. Der Gedanke einer Gemeinschaft von Nagelkreuzzentren wurde von Bill Williams, Dompropst in Coventry von 1958 bis 1981, entwickelt. Weltweit haben sich über 160 ökumenische Glaubensgemeinschaften als Nagelkreuzgemeinschaft gebildet. In Niedersachsen ist Sievershausen das erste Nagelkreuzzentrum. Das älteste Nagelkreuz in Deutschland hängt seit 1947 in der Kieler Nikolaikirche, deren Gemeinde mit einer starken Delegation bei der Übergabe in Sievershausen anwesend war.