Ein Haus mit Geschichte

Christians for Future

Stellungnahme und Selbstverpflichtung von Christinnen und Christen zu den Protesten für Klimaschutz

Gott nahm das Menschenwesen und brachte es in den Garten Eden, ihn zu bearbeiten und zu beaufsichtigen.

(1.Mose 2,15)

Als Christinnen und Christen sehen wir es als unsere Pflicht an, uns für die Bewahrung der Schöpfung, für die Erhaltung und Wiederherstellung einer lebensförderlichen Umwelt für alle Menschen, Tiere und Pflanzen einzusetzen. Wir haben die Verpflichtung, die achtsamen Gärtner*innen dieser Welt zu sein.
In der biblischen Tradition gilt der Bund Gottes allem Leben auf der Erde:

 „Was nun mich betrifft, sieh her, ich bin dabei, eine Bundesverpflichtung euch gegenüber einzugehen und gegenüber euren Nachkommen nach euch, sowie gegenüber allen Lebewesen, die bei euch sind, gegenüber Vögeln und Vieh und allen Tieren, die mit euch auf der Erde sind, gegenüber allen, die aus dem Kasten gegangen sind, gegenüber allem Leben auf der Erde.“

(1. Mose 9,9-10)

Die kommenden Generationen und ihre Lebensinteressen sind dabei immer mit im Blick.

Hunderttausende junge Menschen in der ganzen Welt mahnen, jetzt der globalen Erwärmung und der drohenden Klimakatastrophe entgegen zu treten. Mehrere Zehntausend Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterstützen die Bewegung und bestätigen: Ihre Anliegen sind berechtigt und gut begründet.
Der Umgang mit der globalen Erwärmung wird sich erheblich auf die Chancen für Frieden und Gerechtigkeit auswirken. Wir engagieren uns in unseren Gemeinden, am Arbeitsplatz, in Freundeskreisen und Familien für den Klimaschutz und wenden uns zusammen mit den Schülerinnen und Schülern auch an die politisch Verantwortlichen. Die deutsche Bundesregierung hat das Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 unterzeichnet. Darin haben sich die Staaten völkerrechtlich verbindlich verpflichtet, die globale Erwärmung deutlich unter 2 °C zu halten. Darüber hinaus haben alle Länder Anstrengungen versprochen, die Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen. Derzeit ist offensichtlich, dass Deutschland die Etappenziele für das Jahr 2020 verfehlen wird. Die Scientists for Future stellen fest:

„In allen deutschsprachigen Ländern werden beim Umbau der Bereiche Energie, Ernährung, Landwirtschaft, Ressourcennutzung und Mobilität die notwendige Größenordnung und Geschwindigkeit nicht erreicht.“

Scientists for Future

Deshalb stellen wir uns hinter die Demonstrierenden und die inhaltlichen Forderungen von „Fridays for Future“ und tragen dazu bei, dass sie verbreitet und aufgegriffen werden. Denn ohne tiefgreifenden und konsequenten Wandel für die Zukunft unserer Gesellschaft steuern wir auf eine Klimakatastrophe zu mit unabsehbaren Folgen für die Ernährung, den Zugang zu Wasser, für die Gesundheit und Wohnungsmöglichkeiten der Menschen und für den Frieden in der Welt.

Wir müssen in Deutschland ein „Nettonull“ an Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2035 erreichen, also die Treibhausgase so weit reduzieren, dass der Rest durch das ökologische System aufgenommen werden kann und nicht die Atmosphäre belastet. Der Ausstieg aus der Verstromung von Kohle ist bis zum Jahr 2030 zu realisieren, bis zum Jahr 2035 ist die komplette Energieversorgung auf erneuerbare Energiequellen umzustellen.
Als Sofortmaßnahmen fordern die Jugendlichen das Ende der Subventionen für fossile Energieträger, die Abschaltung von 25% der Kohlekraftwerke noch im Jahr 2019 sowie eine Steuer auf alle Treibhausgasemissionen. Der Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen muss schnell so hoch werden wie es die Kosten sind, die durch diese Treibhausgasemissionen uns und zukünftigen Generationen entstehen. Laut Umweltbundesamt sind das 180 Euro pro Tonne CO2.