Friedensdienste statt allgemeiner Wehrpflicht

Stellungnahme zur neu entfachten Wehrpflicht-Debatte

Die neue Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl, hat sich für eine Rückkehr zur Wehrpflicht ausgesprochen. Die SPD-Politikerin sprach von einem Riesenfehler, den Dienst in der Bundeswehr auszusetzen. und sieht die allgemeine Wehrpflicht als ein Mittel gegen rechtsextreme Tendenzen in der Bundeswehr. Das ist gut gemeint, aber wenig durchdacht.

Dem halten wir entgegen:

Die Bundeswehr ist immer anfällig gewesen für rechtsextreme und gewalttätige Tendenzen. Das erklärt sich durch das Umfeld von extremen Strukturen von Befehl und Gehorsam. Menschen mit einer Tendenz zu Rechtsextremismus fühlen sich von solchen Strukturen wie vom Umgang mit Waffen angezogen. Menschen mit eher demokratischen Tendenzen engagieren sich dagegen mehr in zivilen Strukturen, so dass hier ein Ungleichgewicht entsteht.

Für viele junge Menschen ist der Dienst in der Bundeswehr verbunden gewesen mit Demütigungen, Drill, Unterwerfung. Ein wirklich demokratischer Umgang ist den Strukturen in der Bundeswehr fremd.

Für eine friedliebende Gesellschaft ist es viel wichtiger, die Internationalen Freiwilligenprogramme und -organisationen stark zu machen. Diese stärken den Zusammenhalt Europas und der Welt, das zivilgesellschaftliche Engagement für Frieden, für soziale Gerechtigkeit, für die Wahrung der Menschenrechte und der Demokratie.

In Deutschland gibt es ein großes und breit gefächertes Angebot an Freiwilligendiensten, die jungen Menschen zahlreiche Möglichkeiten bieten, sich im eigenen Land im sozialen, kulturellen oder ökologischen Bereich zu engagieren und Kompetenzen zur persönlichen Entwicklung wie auch zur Berufsqualifizierung zu erwerben. Hierzu zählen das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ), das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) und der Bundesfreiwilligendienst (BFD) mit zusammen jährlich rund 100.000 Plätzen. Im Gegensatz zur Bundeswehr bewerben sich in diesen Diensten sehr viel mehr Frauen.

Wichtiger als die Wiedereinführung einer allgemeinen Wehrpflicht ist also, dass diese Freiwilligen- und Friedensdienste gestärkt werden, dass die Regierung diese Dienste mehr wertschätzt und sie mit mehr Mitteln versorgt. Da gäbe es noch viel zu tun.

Mittwoch, 8. Juli

Flaggentag der Mayors for Peace

Alljährlich am 8. Juli begehen die deutschen Mitgliedsstädte im Netzwerk der Mayor for Peace den Flaggentag, an dem sich in diesem Jahr - vor dem Hintergrund des 75. Jahrestages des Abwurfs der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki - mehr als 300 Städte beteiligen werden. Mit dem Flaggentag erinnern die Mayors for Peace an ein Gutachten des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag vom 8. Juli 1996, in dem dieser feststellte, dass "die Gefahr durch oder die Verwendung von Nuklearwaffen im allgemeinen dem Völkerrecht widersprechen" (Quelle: ICAN

Der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover lädt dazu ein, an der Aktion "Auf dem Weg zu Global Zero" am diesjährigen Flaggentag am

Mittwoch, 8. Juli 2020 von 11:00 bis 11:30 auf dem Trammplatz (bei schlechtem Wetter in der Rathaushalle)

teilzunehmen. "Hannover steht als Partnerstadt Hiroshimas in einer besonderen Verantwortung", sagt Belit Onay, und würde sich freuen, wenn viele Hannoveraner mit ihrer Teilnahme an diesem Tag ein wichtiges Zeichen für eine Welt ohne Atomwaffen setzten. Aufgrund der behördlichen Corona-Auflagen wird um Anmeldung per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gebeten.

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mit dem thematischen Schwerpunkt "zukunft neu denken", passend zu unserer aktuellen Veranstaltungsreihe, ist jetzt online und steht, entsprechend dem jeweiligen Bedürfnis, wahlweise als Urlaubslektüre oder Stärkung im Alltagsbetrieb, zur Verfügung.

AGDF: Deutsche Ratspräsidentschaft muss Freiwilligendienste stärken

Nach Ansicht der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) sollte Deutschland den Vorsitz im Rat der Europäischen Union nutzen, sich für die Internationalen Freiwilligenprogramme und -organisationen stark zu machen. „Freiwilligendienste stärken den Zusammenhalt Europas, das zivilgesellschaftliche Engagement für Frieden, für soziale Gerechtigkeit, für die Wahrung der Menschenrechte und der Demokratie“, unterstreicht Jan Gildemeister. Die Corona-Pandemie stelle die Internationalen Freiwilligendienste allerdings derzeit vor große Herausforderungen, fügt der AGDF-Geschäftsführer hinzu. MEHR

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