Martin Luther – Lob des Friedens und Anfälligkeit für Gewalt

Bericht zur Veranstaltung im Antikriegshaus

Nachdem Johann Christoph Emmelius im Juni über den Friedensfreund Erasmus von Rotterdam referiert hat, hat er sich nun Martin Luther gewidmet. Dabei hat er Luther eine gewisse Fremdheit unterstellt, ihn sogar als Ärgernis gesehen, was den Bereich Krieg und Frieden betrifft.

Luther hat durchaus den großen Wert des Friedens hervorgehoben. Der Alltag eines jeden Menschen ist dadurch bestimmt, man denke nur an das „täglich Brot“, das in Kriegszeiten eben nicht gewährleistet ist. Frieden ist nicht alles, sagt Luther, aber ohne Frieden ist alles nichts.

Luthers Theoriegebäude von den zwei Regierweisen führt ihn allerdings schnell zu Widersprüchen. Mehr .....

Impuls der AGDF-Vorsitzenden Christine Busch zum Reformationsjubiläum

Das Recht, nach der Wahrheit zu suchen

1524 begannen im süddeutschen Raum Aufstände gegen die Ausbeutung der Bauern, angeführt von Männern, die sich auf Martin Luther und seine Theologie beriefen. „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan“: diese Erkenntnis der Freiheit des Glaubens weckte in den Bauern vor allem den Wunsch nach Gerechtigkeit und persönlicher Freiheit. Sie forderten ein konkretes Reformprogramm, wie es z.B. 1525 in den Memminger Zwölf Artikeln ausgerufen und mit 25.000 Exemplaren im ganzen Land verbreitet wurde, darunter die Forderung nach freier Pfarrerwahl, nach Abschaffung der Leibeigenschaft, des Zehnten und der Frondienste, und nach Freigabe von Jagd und Fischerei. Martin Luther zeigte sich zunächst offen gegenüber den Forderungen der Bauern. Er kritisierte den Hochmut der Herrschenden, die sich nicht bewegen ließen, in einer Ermahnung zum Frieden. Mehr....

Sonntag, 22. Oktober, 16 Uhr

Lob es Friedens und Aufruf zum Krieg -
Zur politischen Seite im Wirken Martin Luthers

Vortrag von Dr. Johann Christoph Emmelius

Das Thema „Krieg und Frieden auf Erden“ war sicher nicht das wichtigste Thema für Luther. Aber er hat es auch keineswegs völlig vernachlässigt. Die Art und Weise seines Wirkens hat zudem Auswirkungen gehabt auf die gewaltsamen Konflikte im Europa nach der Reformation.

Zunächst wird Luthers grundlegende politische Theorie, seine Lehre von den „zwei Regimenten Gottes“, nachgezeichnet, anschließend an zeitgenössischen Konflikten aufgezeigt, wie Luther konkret Stellung nahm. Es wird dargestellt, dass Luther je nach den situativen Gegebenheiten ganz unterschiedliche, ja gegenteilige Akzente setzen konnte. In einem dritten Teil geht es um wiederkehrende Merkmale in Luthers Äußerungen, die hochgradig anfällig sind für Unfrieden und Gewalt.

Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden wählt neue Vorsitzende

Christine Busch heißt die neue Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden. Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung wurde die Theologin als Nachfolgerin von Horst Scheffler gewählt, der den Dachverband der Friedensdienste zehn Jahre geführt hatte. mehr ...

AGDF ermutigt die EKD-Landeskirchen, sich verstärkt mit Friedensfragen zu beschäftigen

Bonn, 22. September 2017/dj

Der Geschäftsführer der evangelischen Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF), Jan Gildemeister (Bonn), hat die Landeskirchen der EKD ermutigt, sich stärker mit Friedensfragen zu beschäftigen, sich dabei am 2007 von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) übernommenen Leitbild des gerechten Friedens zu orientieren und sich so in gesellschaftliche Diskussionen einzubringen. In einem Vortrag vor der Kammer für Öffentliche Verantwortung der Lippischen Landeskirche in Detmold nannte der AGDF-Geschäftsführer dabei die Diskussion um den Besitz und die Drohung mit dem Einsatz von Nuklearwaffen, die Rüstungsexporte, die Militärausgaben und die Auslandseinsätze der Bundeswehr als wichtige Handlungsfelder einer evangelischen Friedensarbeit. So gehe es beispielsweise darum, Schritte zu unterstützen hin zu einer „dringend nötigen“ Ächtung atomarer Massenvernichtungswaffen, meinte Gildemeister. mehr ...

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